
Seegurken
Dritter Tag im Paradies. Ich habe beim Schnorcheln eine Seegurke kacken sehen. Ich bin mir nicht sicher, ob das des Tauchers Traum ist, so faszinierend es auch aussah.
Geschrieben von ClaudiB Fr, Mai 10, 2013 14:59
Plopp und ein zwei Zentimeter sandähnlicher Wurm rutschte heraus. Normalerweise liegen Seegurken einfach nur herum und bewegen sich eigentlich nie, daher war es ziemlich überraschend, sie einen Köttel ausstoßen zu sehen. Ist eigentlich auch logisch, irgendwo muss das Zeug auch hin.
Was ich mich aber frage, ist die Symbolhaftigkeit dahinter. Denn kurz zuvor habe ich beim Schnorcheln einen kleinen Hai und einen Riesenfisch gesehen. Und danach die kackende Seegurke. Was soll mir das sagen? Heißt das nun „take it easy and feel free“. Oder wollte sie mir damit sagen, dass ich mir bloß nichts darauf einbilden sollte, einen Hai und einen Riesenfisch gesehen zu haben? Wollte sie einfach zeigen, dass sie mehr kann als faul herum zu liegen? Nämlich kacken? Wollte sie mehr beachtet werden? Oder war sie von den ganzen Touris genervt, dass sie auf sie schei…?
Wollte sie mit mir einfach nur kommunizieren? Kommunizieren Seegurken ausschließlich über den fäkalen Weg? Hätte ich auch einen Köttel setzen müssen, um zu antworten? Über was genau hätten wir dann aber gesprochen? Ich vermute, die Seegurkensprache ist schon etwas komplexer als amöbisch.
@die Gruppe: Die Franzosen sind übrigens die perfekten Rumpimmler. Wir sind gestern (natürlich zur Mittagszeit in der Mittagshitze) gemächlich ins Örtchen gegangen, um ein paar Sachen einzukaufen. Das hat schon lange sehr lange gedauert. Dann ist jeder von uns in einen anderen Laden ausgeschwärmt, um dann an irgendeiner Ecke wieder stehen zu bleiben, um sich zu fragen, wo denn die anderen sind. Nein, ich habe nicht die Wege am Eingang versperrt, ich hatte keine Isomatte, mit der ich hängenbleiben konnte. Später nach geschätzten zwei Stunden trotteten wir alle zum Pier und saßen da ziemlich lang herum. Irgendwann fragte ich David, worauf wir eigentlich warten würden und er sagte: „Auf nichts Bestimmtes, ich warte nur darauf, dass die anderen sich bewegen.“
Das war der Punkt, an dem ich sie als Ehrenmitglied in unserer Gruppe aufgenommen habe. Das Foto mit uns allen sieht ungefähr so aus: Bloß nicht bewegen, Kopf nach links und vielleicht später lächeln. Ich bin die Einzige, die etwas mehr Aktion macht und David schaut wenigstens aufmerksam in die Kamera. So sind sie, die Franzosen.
So schön es hier auch ist: Ich werde morgen weiterziehen. Auf eine 3-Tagesboots-Tour- Traumhaftes Schnorcheln und Leute und überhaupt…
La vie est belle!
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