
Kanada-Day in Victoria
Strahlend blauer Himmel, Sonnenschein, 22 Grad. Ein perfekter Tag für den Kanada-Day auf Vancouver Island.
Victoria hat mich etwas überrascht. Ich hatte mir eine kleine beschauliche Stadt voller viktorianischer Häuser vorgestellt. Tatsächlich ist die Stadt viel größer und trotzdem sehr hübsch.
Unsere Villa liegt kurz vor dem Craigdarroch Castle, das ein sehr großes Herrenhaus aus dem 18. Jhdt ist. Das Haus hier ist 108 Jahre alt, was wir an der WC-Spülung sehr gut hören können. Sobald Wasser geflossen ist, klingt es so, als würde ein Rind in den Rohren sitzen und muhen. Etwas gewöhnungsbedürftig (vor allem nachts). Dafür sehr lustig. Mir tut nur ein bisschen das Rind leid, weil es in dem Rohr so eingequetscht ist.

Nun was Geschichtliches: Am Kanada-Day wird die offizielle Kanada-Gründung von 1867 gefeiert. Somit ist heute der 150. Jahrestag. Unten am Hafen wird alles in rot getaucht sein. Ein Feuerwerk soll es abends auch geben. Falls ihr es noch nicht wusstet: „Canada“ bedeutet in der Sprache der nordamerikanischen Indianer der Stämme der Irokesen „Dorf“ oder „Siedlung“. Eigentlich war die heutige Provinz Québec gemeint. Später wurde der Begriff aber auf das gesamte Land übertragen. (Quelle: https://www.geo.de)

Und was soll ich sagen? Der Kanada-Day ist ein ziemlich entspanntes Fest mit gut gelaunten Menschen, Ständen und großartigen Bands. Joyce N‘Sana ist mein absoluter Geheimtipp. (Oder jeder kennt sie, nur ich nicht?). Sie hat eine geniale Stimme und richtig Power. Hört mal bei ihr rein.
Die letzte Nummer war von einer 72-jährigen Kanadierin als Top Act angekündigt. Es war Rock‘n Roll pur! Das Feuerwerk war auch schön. Allerdings etwas ungewöhnlich, wenn man es gewöhnt ist, dass die passende Musik zum Feuerwerk abgespielt wird. Hier war es eher die Pausenmusik, die der Tontechniker mag.

Habe ich eigentlich schon erwähnt, wie nett die Kanadier sind? Meganett. Sie sind unglaublich kommunikativ. Egal, wohin du kommst, du wirst erst einmal gefragt, wie es dir geht und wie dein bisheriger Tag so war. Und in Sekundenschnelle bist du in ein Gespräch verwickelt, das die Lebensgeschichte inklusive Kindern, Familienzweig und Urahnen zusammenfasst. Ähnlich wie in Köln nur etwas familienorientierter.
Auf diesem Weg haben wir etwas mehr über die First Nation-Kultur gelernt; erfahren, dass es den Bund der Shriner gibt; dass eine ältere Dame in ihrer Rente eine Tierpension führt, während ihre Enkelin gerade…und natürlich gibt es immer viel zu lachen.

Funfact: „Was kann man sich Lethbridge anschauen?“ „Weiss nicht. Meinen Sohn vielleicht? … Er ist Polizist. Oder besser… ihr lernt ihn nicht kennen.“ „Und falls doch, dann grüßen wir ihn von seiner Mutter.“

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