
Danke liebe Kiwis und sorry, dass wir nicht länger geblieben sind!
Letzter Tag in Auckland. Ich sitze auf dem Square-irgendwas-Platz und lausche der Musik, die DJ Papa Dave auf dem Sommerfest auflegt. Je mehr ich von den Songs höre, desto leichter fällt es mir, zu gehen. DJ Papa Dave liebt Country-Musik. Ich freue mich, dass er wenigstens ein Holzfällerhemd trägt. Das ist wahre Authentizität.
Auf jeden Fall haben die Neuseeländer den Oscar für die freundlichste Nation verdient. Es ist unfassbar, wie hilfsbereit die Menschen hier sind. Mehr als einmal sind sie mit uns mitgelaufen, um uns zu einer Haltestelle zu führen oder uns den genauen Weg zu zeigen. Selbst die Busfahrer bedanken sich, dass man mit ihnen gefahren ist oder in der Bahn wird mehrfach freundlich darauf hingewiesen, dass es möglicherweise sein kann, dass die Bahn eventuell kontrolliert wird, aber dass man sich keine Sorgen machen müsse. Und wenn man zufällig 50 Dollar in der Dusche verloren hat, dann gibt jemand das Geld ab und die Campingplatzbesitzer rennen einem hinterher, um das Geld wieder zurückzugeben.
Alles ist bei den Neuseeländern „awesome“ (großartig, fantastisch) und „no worries“ (kein Problem, gern) oder „dear“ wird ständig gerufen. Kein Wunder, dass das Auenland hier seinen filmischen Ursprung findet.
Das Einzige, was etwas furchteinflößend ist, ist der Moment und das dazugehörige flappende Geräusch, wenn ein Neuseeländer schnell einen Edding öffnet, um auf der Karte genau zu markieren, wo und wie man fahren soll. Sogar die Ampeln, werden in den jeweiligen Richtungen eingezeichnet. Dazu muss man wissen, dass es an einer neuseeländischen Kreuzung unglaublich viele Ampeln gibt. Da, wo das Auto steht und von dort gegenüber jeweils rechts und links und das dann für jede Richtung nochmal.
Manche Kiwis streichen auch gern die wichtigsten Orte dick durch, so dass wir mehr als einmal auf der Karte gerätselt haben, was für ein Ortsname das wohl hätte sein sollen. Ich nehme an, dass sie damit nur die Wichtigkeit dieser Orte schwungvoll unterstreichen wollten.
Vor einigen Tagen waren wir noch an der Bay of Plenty, in einem Örtchen, der sich dezent „Whakatani“ nennt. Zuerst haben wir uns nichts dabei gedacht, bis uns ein neuseeländischer Schotte verriet, wie man „Whakatani“ tatsächlich ausspricht: „Fuck“-athani („Fack-athani“). Wir saßen gerade in einer überdimensionalen Kiwi-Gondel und fuhren über eine Kiwi-Plantage, als er damit herausrückte. Es war wie bei Monty Pythons „Lasst Prian frei“. Als Kiwi-Plantagenbesitzer wollte er sich beherrschen und erwachsen sein, aber unser Lachen steckte ihn so an, dass er sich auch nicht mehr halten konnte.
Zu gern hätte ich dieses Bild von außen gesehen: Drei durchgeknallte Erwachsene fallen vor Lachen fast aus dem Kiwi-Wagen.
Zeit für eine unverständliche Maori-Geschichte ohne Plot: Es gibt an der Bay of Plenty einen geschichtsträchtigen Ort namens Opotiki. Der Name Opotiki ist die Verkürzung von „O-Potiki-Mai-Tawhiti“, was „die zwei Lieblingstiere aus der Ferne“ heißt. Diese zwei Lieblingstiere hat Tarawa von weit her mitgebracht und sind zwei Fische. Das war’s.
Opotikis weitere Highlights (Historie stark gekürzt): Die Maoris waren zuerst da und besiedelten das Land, Missionare kamen viel später, fürchteten sich aber vor dem kriegerischen Gemetzel der Maori-Stämme und hauten ab. 1862 schaffte es die dafür „religiöse Hauhau-Bewegung“ (kein Scherz) wieder Einfluss zu gewinnen und gezielt in die maorische Stammespolitik einzugreifen (warum wohl?:))). In den nächsten Jahrhunderten ging die opotikische Maori-Kultur dann leider den Bach runter.
Die maorische Sprache ist übrigens ein Potpourri an Vokal-Häufungen. Haufenweise Os, As, Es und Us und nur ein paar Ws, Ts, Ms oder Ps. Sie wäre eine großartige Herausforderung für den leidenschaftlichen Scrabble-Spieler oder den intelligenten Kreuzworträtsel-Löser. Nur diejenigen, die sich Namen oder Orte nicht merken können, wären aufgeschmissen und würden wahrscheinlich verzweifeln.
Leider habe ich bisher keinen Maori maorisch sprechen hören. Schade eigentlich. Das wäre bestimmt ein spannender Sound gewesen. Apropos Sound: DJ Papa Dave ist mittlerweile zu Motown und Oldies übergegangen. Und jetzt spielt er auch schon die Stones…obwohl…jetzt geht er wieder zu Country zurück.
Und ICH gehe jetzt was essen…
PS: Sushi ist hier sehr beliebt und wahnsinnig billig…solltet ihr mich suchen…ihr wisst, wo ihr mich findet:)
See you soon in Australia!
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Guten Flug, meine liebe Claudi! bis bald und passt auf euch auf!