Seminyak

Tja, das ist nun mein letzter Tag hier. Komisch, wie schnell die Zeit vergeht. Ich bin gerade in Seminyak, Bali. Heute Abend geht mein Flug. Bis dahin kann ich noch am Strand liegen und chillen.

Der Morgen fängt schon gut an. Ich sitze in einem typisch balinesischen Touri-Café, in dem sie Musik wie kurz vor Feierabend spielen. Vielleicht ist es auch eher eine Kreuzfahrt-Musik a la James Last. Jedenfalls fühle ich mich aufgefordert, entweder sofort zu gehen oder meditativ zu schaukeln.

Da es das einzige Frühstückscafe ist, das bereits um acht Uhr geöffnet hat, wiege ich mich wieder sanft in den Schlaf. Mist, ausgerechnet jetzt wechselt die Musik in eine fröhliche Steh-auf-und-hüpf-herum-Musik. Keine Chance mehr, stillzusitzen! Ich bin gerade ganz froh, dass ich allein hier sitze. So muss ich niemandem meinen Stimmungswechsel erklären.

Übrigens bin ich dazu übergegangen, morgens Nudelsuppe oder Nasi Goreng zu essen. Ich hatte die ständigen Banana Pancakes (Bananen Pfannkuchen) oder Omelett satt. Wer mich also zum Frühstück einladen möchte, sollte das mittags tun.

Seminyak ist ein sehr sportlicher Ort. Ständig laufen, walken oder springen Menschen und Hunde an mir vorbei. Die einzigen, die noch nicht begriffen haben, dass Sport machen auch eine Art der Fortbewegung sein kann, sind die hiesigen Taxifahrer. Unermüdlich bieten sie jedem laufenden Sportler eine Taxi-Fahrt an und sehen auch etwas enttäuscht aus, wenn sie abgelehnt werden.

Habt Ihr eigentlich schon mal die frischen, wirklichen Kokosnüsse gesehen? Ja, oder? Das, was wir im Supermarkt unter Kokosnuss verstehen, ist in Wahrheit schon längst schlecht und trocken geworden. Die richtigen Kokosnüsse sehr Ihr auf dem Foto. Mit einer Machete werden sie geöffnet und dann trinkt man den reinen Kokosnuss-Saft. Das ist wie eine kleine Mahlzeit zwischendurch und wahnsinnig gesund.

Links im Bild findet ihr  keine Zigarette, sondern eine balinesische Opfergabe. ursprünglich war noch ein Räucherstäbchen dran.

Links im Bild findet ihr keine Zigarette, sondern eine balinesische Opfergabe. ursprünglich war noch ein Räucherstäbchen dran.

Wenn ich ehrlich bin, dann will ich noch gar nicht fahren. Ich habe viele schöne Sachen erlebt. Beim Tauchen habe ich zwar keine kleinen Mini-Monster gesehen, aber dafür zig Haie in verschiedenen Größen, Monsterthunfische, Riesenschildkröten, Rochen, Moränen, Tonnen von Fisch…also alles in XXL. Man sollte sich eben nichts vornehmen, wenn man reist. :)

Für die Minimonster hätte ich weit in den Norden fahren müssen. Da ich aber in Bira in meinem Luxusressort hängengeblieben und mit Tom durch die Gegend zu den weißen Traumstränden gefahren bin oder im Divecamp mit den anderen Tauchern zusammen war, habe ich beschlossen, die Minimonster auf nächstes Jahr zu verschieben. Monster lassen sich nicht so leicht vertreiben, nicht wahr?

Neben den exzellenten Tauchspots ist Sulawesi auch bekannt für seine Trauerzeremonien. Wie das zusammenhängt? Ich habe keine Ahnung. Ich glaube, die ersten Touristen haben das Tauchen erfunden. Die meisten Indonesier können gar nicht schwimmen. Kein Wunder, denn sie gehen in voller Kleidungsmontur inklusive Rettungsweste ins 30 cm flache Wasser. Da würde ich auch nicht schwimmen können.

Gestern ist ein Riesenzug an Motorrädern und Autos an uns hupend vorbei gerast und ich wollte wissen, ob das eine Hochzeit sei. Neinnein, es war eine Trauerfeier. Es gibt hier einen Ort, Tana Toraja (oder so ähnlich), in dem die Leute die Toten richtig feiern. Bevor eine Familie das Geld für die Zeremonie hat, sitzen oder liegen die Toten mumifiziert im Haus herum und nehmen noch am alltäglichen Leben teil. Hat die Familie das Geld für die 5-tägige Zeremonie endlich zusammen, wird fünf Tage lang gefeiert. Tiere werden der Größe nach (Ziegen, Hähne, Hühnchen…Mäuse …Fisch???) geschlachtet und gegessen und gegessen und gegessen. Manche Zeremonien werden auch extra für die Touris arrangiert. Tja, da muss wohl einer dran glauben…

Persönlich habe ich es nicht gesehen, weil ich schon die Vorstellung, dass neben mir auf dem Sofa, ein Toter sitzt, sehr spooky fand. Die, die mir davon berichteten, fanden es hart zu sehen. Touris sind eben Weicheier. Hatten wir das nicht schon mal?

So, Liebeleins, ich freu mich, euch wiederzusehen und das Spiel mit einigen von euch zu feiern. Jetzt lege ich mich zum letzten Mal an den Strand und heute Abend sitze ich im Flieger. Ich hoffe, Ihr habt Spaß gehabt beim Lesen.

Nächste Woche (ab dem 12.7.) geht es weiter mit diesem Blog. Da werde ich euch berichten, ob ich ein Talent fürs Wellenreiten (Surfen) bin oder mich besser aufs Sandsurfen (meint: sportliches Sonnenbaden) konzentrieren sollte…

Das wird ne Gaudi, sonnige Grüße Claudi!

PS: Das ist meine kleine Strandbar. Ich liege direkt davor:)

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By Published On: Juli 3rd, 2014Categories: Allgemein0 Comments on Seminyak

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