
Asiatisch schnorcheln
Was ich noch nie verstanden habe: Wenn Leute wissen, dass sie seekrank sind, warum machen sie dann einen Bootsausflug?
Geschrieben von ClaudiB Mi, Mai 29, 2013 14:03
Ich war ein letztes Mal schnorcheln. Anfangs habe ich mich etwas gewundert, wofür die Mitarbeiter Plastikbeutel verteilen. Doch als der erste Asiate sich in den Mülleimer übergeben hat, der zweite den dritten Beutel voll gekotzt hat, war ich doch froh, dass sie ausreichend viele Tüten verteilt hatten.
Asiatisch schnorcheln geht so: Zuerst kauft man Fischbrot (was eben NICHT, wie ich angenommen hatte, ein leckeres Frühstücksbrot ist, sondern allein für die Fische zum Fressen gedacht ist).
Dann zieht man sich die orangefarbenen Schwimmwesten an, ohne sie vorher zu checken. Danach kommen die Fotos: Vor dem Wasser, beim Wassereinstieg, in der Gruppe, allein, im Wasser, unter Wasser. Geduldig warte ich. Als 50 – 76 orangene Schwimmwesten im Wasser sind, schmeißen die Nichtschwimmer vom Boot aus das Brot ins Wasser.
Ergebnis: 1 Millionen Fische reißen sich um ein paar Stücke Brot und es ist wahrlich unangenehm, sich ins Wasser zu begeben. Zumal man vor orangenen Lifejackets die Wasserfläche oben nicht mehr sehen kann und unter Wasser einige Millionen Fische warten. Schnorcheln ist ebenso unmöglich, da für Bewegung kein Platz ist und man aus diesem fremdsprachlichen Gewusel nicht herauskommt. Zudem muss man immer mit einem Schlag ins Gesicht, ins Gesäß oder in die Genitalien rechnen.
Insgesamt scheint das Schwimmen und Schnorcheln den meisten Asiaten nicht zu liegen. Die Fische sind nach der großen Fütterungswelle eh schon fort, die Korallen hektisch zertreten und weiter als fünf Meter schaffen tatsächlich nur die Wagemutigen…Nein, es ist nicht das entspannende Schnorcheln, das ich kenne. Ein paar mal gelingt es mir, aus diesem Gewusel zu entkommen, doch ist das Schnorchelerlebnis gleich null.
Nach der ersten Etappe wird fröhlich weiter gekotzt, geschlafen oder auf dem Schiff herumgewankt. Glücklich ist, wer vergisst, was nicht mehr zu ändern ist. Bei den weiteren Etappen war ich clever und bin als erstes ins Wasser gesprungen und hatte doch einige schöne Bilder vor oder unter mir.
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