
Ko Tao und Trainmarket
In der Hängematte zu schreiben ist zwar etwas komplizierter, aber nicht so schwer, wie ich gedacht habe. JA, ICH SCHAUKEL IN EINER HÄNGEMATTE und fühle mich als sei ich im Dschungel.
Geschrieben von ClaudiB Di, Mai 07, 2013 04:46
Ich habe die Geräuschkulisse aufgenommen, ich hoffe, ich kann sie hochladen. Mit den Fotos hat es bisher nicht geklappt.
Außerdem muss ich mich korrigieren: FlipFlops machen doch das FlapFlap-Geräusch. Auch wenn sie etwas schüchterner geworden sind…eben flog ein neongrüner Schmetterling an mir vorbei.
Von Gestern abend: Wenn ich es nicht besser wüsste und nicht gerade auf Ko Tao wäre, dann würde ich glauben, dass ich in Jamaica in einer Reggae-Bar bin. Reggae mit den Thais…und achtzig Moskitos. YeahhYeahh…man…Yoman…
Also, was bisher geschah: Vorgestern hatte ich meinen Asia-Day und heute und morgen ist French Day angesagt. Und ja: Ich kann noch Französisch sprechen und man versteht mich auch. Blöd ist nur, dass ich über Englisch und Französisch meine eigene Sprache vergesse und mir Worte auf Deutsch nicht mehr einfallen. Also sollte das hier etwas holpriger werden, sorry.
Also Asia-Day: Floating-Market und der Zug, der den Markt aufmischt… Meine Reisegruppe waren alle sehr asiatisch angehaucht und ich dachte, selbstverständlich sprechen alle die gleiche Sprache (shame on me). Aber: es war ein Chinese aus Kanada, ein Malaysier aus Australien, ein Mädel aus Taiwan, zwei Korea-Girls und eine völlig verpeilte Japanerin dabei. SO. Und von denen sprachen 2 ein gutes Englisch und 2 ein eher brockenhaft unverständliches, die eine gar keines und der Tourguide auch nicht, was er aber durch seine perfekte Intuition wieder wettgemacht hat.
Ich habe mit meinen neuen Freunden ein Foto gemacht und damit für Tanja den Beweis geliefert, dass es unterschiedliche Augenformen gibt (was meinerseits überhaupt nicht rassistisch klingen soll).
Der Flussmarkt war faszinierend, aber natürlich ein typischer Tourimarkt. Leider. Zu den anderen bringen sie uns ja nicht, die blöden Touris müssen ja nichts Reales sehen. Aber es war trotzdem spannend. Die Händler saßen in den mit Waren vollgestopften Booten und schipperten an dir vorbei und boten ihre Ware an. Die an Land waren dabei etwas rabiater. Mit einem Haken an einem langen Stock ziehen sie dein Boot zu ihnen heran.
Mit meiner fröhlichen Reisegruppe (keiner sprach bis dahin ein Wort und das waren bereits 3 Stunden) fuhr ich weiter zum Zugmarkt. Skurille Bilder, stinkende Fische und anderes undefinierbares Zeug (grüne wurmartige Masse, Schleimi-ähnlich pinkes Zeug, was angeblich Dessert war. Nein, ich habe es nicht probiert. Es gibt auch Grenzen.
Jedenfalls sagte uns der Guide, dass der Zug erst in 2 Stunden kommen würde und wir überredeten ihn intuitiv, länger mit uns dazubleiben. Unsere eurasiatische Reisegruppe setzte sich zusammen in Bewegung (ich und der Chinese-Kanadier namens Yum) an der Spitze, denn wir wollten einen Kaffee trinken und die anderen sind hinterher. Sie waren ein bisschen wie Lemminge, Tanja). Bis auf die Japanese Lady, die sofort verschollen ging. Nach dem Zugspektakel kam sie auch viel zu spät zum Treffpunkt und insgesamt hatte sie auch den Zug verpasst. Keine Ahnung, was sie in der Zeit gemacht hat. In diesem Örtchen gab es wirklich nicht viel zu sehen.
Jedenfalls war es in den 2 Stunden Wartezeit mit der Gruppe wider erwartend superlustig und ich habe viel über das chinesische und thailändische Essen gelernt und weiß nun, dass ich manches gar nicht probieren möchte oder manches komplett fehl interpretiert habe. Die lecker aussehenden leicht gerollten kleinen Cracker zum Beispiel sind geröstete Würmer. Gegrillte Kakerlaken schmecken wie das, was man kurz zuvor gegessen hat, sie sind also relativ geschmacksneutral.
Es ist schon erstaunlich, wie eine Geschichte besser als die Realität sein kann. Ein Zug, der mitten durch einen Markt fährt. Was schießen einem da für Bilder und Fragen durch den Kopf! Hätten sie ihren Markt nicht woanders aufbauen können? Warum unbedingt dort? Wollten die Marktleute mehr Leute anlocken und zwar die, die in den Zügen saßen?
Wir und andere Touris standen herum und warteten, die Marktleute verkauften, es war heiß. Dank Erawan, der jetzt wahrscheinlich unglaublich reich ist, da er den Latte, espresso, Kaffee hot oder auch Iced coffee nach ganz Thailand gebracht hat, trank ich einen Iced Latte und wartete auf die spektakuläre Zugeinfahrt. Ich hatte mir vorgestellt, dass die Marktleute gehetzt und gestresst herumwirbeln würden, Schrecken in den Augen und vor Anstrengung schwitzend…Aber nein, als der Zug hupte, standen sie gemächlich auf, schoben gemütlich ihre Stände auf den eigens dafür gebauten Schienen zurück (ja, ihr Stand war selbst auf einer Schiene, so dass man ihn nur zurückrollen brauchte), klappten das Sonnendach ein und das war es. Der Zug fuhr ein. Die Marktleute stellten alles wieder zurück. Finito.
Die einzigen, die Hektik verbreiteten waren eben die Touris, die die besten Fotos machen wollten. Ich habe sogar eines, auf dem man einen Mann sieht, der hektisch versucht, vor dem Zug zu fliehen.
Auf dem Weg nach Ko Tao habe ich die Franzosen wieder getroffen, die ich auf dem Hausboot schon kennengelernt hatte. Eine 72-Jährige, 2 Geschwister (28, 24) und einen Freund. Der Freund ist ungefähr so groß wie ich (und das stimmt.) und wir (wie sollte es auch anders sein) wir lachen viel und herzhaft. Ja Christian, hier haben viele Menschen unseren Humor J. Wer komischerweise nicht soooooooviel lacht, sind die Thais selbst. Anfangs wirken sie etwas griesgrämig und lachen erst viel viel später. Das ist ungewöhnlich, ich habe sie vor Jahren anders kennengelernt. Ich habe einige Theorien dazu aufgestellt:
1. Es ist Low Season und sie haben in der Hauptsaison schon zuviel gelacht.
2. Touris gehen ihnen auf den Sack.
3. Sie sind schüchtern und kichern eher in sich hinein.
4. Tagsüber haben sie einfach schlechte Laune, denn abends lächeln sie bedeutend mehr.
Vielleicht werde ich einen Thai mal fragen. Hoffentlich versteht er die Frage nicht falsch. Das passiert hier ja öfter. Und da sagt man, die Deutschen gehen zum Lachen in den Keller. Das finde ich übrigens überhaupt nicht. Von meinen Freunden und Familie geht niemand in den Keller. SO.
Liebeleins, ich gehe jetzt meine traditionelle Mission erfüllen: Finde den schönsten Strand und laufe 2 Stunden bei 40 Grad dahin.
Good Schnorchel! (als Ersatz für „Waidmanns Heil“)
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