Welcome im Claudie-Farbenland

Oh Mann, ich bin so voller Eindrücke, dass ich gar nicht weiß, wo ich anfangen soll. Wenn wir zu Fuß unterwegs sind, dann kommen wir im Schneckentempo voran, da es an jeder Ecke und in jedem Licht irgendwas zu bestaunen und zu fotografieren gibt. Und wenn man glaubt, man hat ein tolles Bild gemacht und begeistert die Kamera wegpackt, dann strahlt das Licht plötzlich so besonders, dass man sie leicht hektisch wieder hervorholt und neu zu knipsen. Und wenn man diese Atmosphäre endlich eingefangen hat, dann kommt ein schicker Oldtimer angefahren, ein Vogel setzt zum Sturzflug an oder ein Pinguin watschelt über den Campingplatz. Ich glaube, meine nächste Kamera wird ein Bewegungsmelder sein. Damit werde ich wenigstens alles einfangen können. 

Neuseeland ist wunderschön und oft auch etwas surreal. Braunes Meer, quietschtürkise Seen, gelbe Blumen, die im Flussbett wachsen, dramatische Lichteffekte, die innerhalb von Sekunden wechseln, weiße Streifen auf dem See, Farben, die vorgeben, eine bestimmte Farbe zu sein und dann doch in eine andere wechseln…unglaublich… 
Vergesst die Farbmischungen, die Ihr kennt und schmeißt sie alle wieder in den Topf. Ich verspreche euch, dass eine ganz neue Farbkombination alles bisher Gesehene auf den Kopf stellen wird. 

Linksfahren

Linksfahren ist übrigens gar nicht so schwer, wenn man sich erst einmal daran gewöhnt hat. Vor allem, wenn man sich daran erinnert, dass der Scheibenwischerschalter eben nicht da sitzt, wo der Blinker ist und umgekehrt.  Das Abbiegen oder die richtige Spur finden, sind Killefit dagegen. Irritierend sind nur die Ampeln, die, gegenüber auf der anderen Straßenseite angebracht sind und dazu noch Pfeile haben, die kein Mensch versteht. Ich werde mal so eine Kreuzung fotografieren. Da steigt doch kein Mensch durch, zu wem diese Ampel gehören soll.

Insgesamt läuft das Fahren ziemlich gut. Vor allem sind wir beide, also Lisa Berg und ich, sehr rücksichtsvolle Persönlichkeiten, die eher pädagogisch wertvoll mit der Tatsache umgehen, dass man einen Blinker (und vor allem den richtigen) setzen sollte. Desöfteren fällt beispielsweise der Satz: „Wenn du Lust hast, kannst du jetzt den Blinker setzen.“ Auch schalteten wir anfangs immer geduldig den Scheibenwischer aus, wenn der andere vor lauter Konzentration nicht gemerkt hat, dass er an war. Ich zum Beispiel fand es sehr sinnvoll, bei strahlendem Sonnenschein viel mit Scheibenwischer gefahren. Pädagogisch wertvoll ist auch die stoische Ruhe, wenn der andere morgens auf die Straße einbiegt und sich im deutschen Rechtsverkehr befindet. Jeden Morgen muss man sich eben neu sortieren und neu einordnen.

By Published On: Dezember 13th, 2016Categories: Allgemein2 Comments on Welcome im Claudie-Farbenland

2 Kommentare

  1. Melanie Hoffmann 14. Dezember 2016 at 09:00 - Reply

    Hey Claudi,

    ich finde schon lange, dass die Sache mit dem Blinken etwas überschätzt wird….
    Hört sich alles super an. Viel zu super für deine armem daheimgebliebenen Freundinnen!

    Viele Grüße,
    Melanie

    • Claudia Behr 15. Dezember 2016 at 10:21 - Reply

      Das glaube ich, aber halte durch. Es lohnt sich:)))

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