
Con Dao
Was gibt es Schöneres, als morgens aufzuwachen, zum Frühstück zu gehen und dann kommt eine Kellnerin vorbei, die dir die Getränke immer doppelt bringt?
Das kann eigentlich nur eine asiatische „Kurznase“ toppen, die sich im wahrsten Sinne über uns „Langnasen“ freut.
Natürlich hat sie kein Englisch gesprochen, sondern immer nur gekichert, als sie Missjams Nase extrem langgezogen und ihre eigene dagegen sehr platt gedrückt hat. Missjam meint, dass sie bestimmt sagen wollte, dass ihre Nase wunderschön ist. Ich glaube ja, dass das Glück bringen soll. Was auch immer die Botschaft war: Die Dame kicherte und quetschte uns, nachdem sie unsere Nasen zerquetscht hatte, auf ein Selfie.
An Musik bekamen wir während des Frühstücks (Reis, Ei und Gemüse) die komplette Weltmusik zu hören: Das Konzert startete mit der Klaviermusik von Richard Clayderman, ging dann zu Bach und Eric Clapton über, wechselte in den französischen Chanson, fügte einen Hauch Mexiko hinzu, wurde etwas russischer und löste sich dann mit Rondo Veneziano ab.

Con Dao ist nicht nur wegen seiner tollen Tauchgründe und Schildkröten-Kolonien bekannt. Auch die Strände und der Nationalpark mit den Affen, „Riesen“-Eichhörnchen, Schmetterlingen, Schlangen und Fröschen sind faszinierend.

Allein der Flug mit der Mini-Maschine war spannend. Die ganze Zeit konnten wir die lauten Propeller hören und sehen. Die Landung kam einem Sturzflug gleich. Zuerst sahen wir viel Wasser. Dann wackelte der Flieger bedenklich. Das Land selbst bekamen wir erst kurz nach der Landung zu sehen.

Tatsächlich streckt sich die Landebahn einmal quer über die Insel. Und sie liegt direkt an einem Traumstrand. 4 x am Tag rennen die wenigen Touris am los, um ein Foto von der abgefahrenen Landung zu machen. Sicherheitsvorkehrung? Unnötig. Man könnte sich direkt in die Flugschneise legen und ein Selfie von sich mit Meer im Hintergrund und landendem Flugzeug machen.
Ein weiteres Highlight auf Con Dao sind auch die Kühe oder Hühner mit ihren Küken am Strand. Das sind zwar nicht die typischen Tiere, die man am Strand erwarten würde, aber was ist schon typisch in diesem Land?

Eben lief hier ein kleiner Junge auf Quietsche-Schuhen vorbei. Ein paar Minuten vorher tollten ein paar Hunde-Babies, die den exakt gleichen Sound gemacht haben, herum. Beide hörten sich verdächtig nach den künstlichen Hunden mit Batterie an, die früher für ein paar Euro verkauft wurden.
Gerade werde ich eingeräuchert. Ich glaube, sie machen Barbecue am Strand. Oder sie verbrennen etwas. Oder sie schicken was per Rauch-Mail zu den Ahnen. Wie gesagt, nichts ist typisch in diesem Land.
Schade, dass wir morgen abfahren.
Der bekannte vietnamesische Spitzhut wird hier überall getragen. Er eignet sich prima als Sonnen- und Regenschutz und kann wahlweise auch als Einkaufskorb genutzt werden. Denkt mal drüber nach ;).
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