COSTA RICA…

HURRA, es geht wieder los. Claudi Hari Hari und Lisa Berg sind mit „Bis später-Reisen“ unterwegs. Das ist DIE Kompanie für Leute mit Durchblick, die ein entspanntes und organisiertes Reisen bevorzugen. Inhaber: LISA Berg und Claudia Hari-Hari.

San Jose, Costa Rica.

Wir sitzen im CAFE ROJO mit Blick auf wunderhübsche Bougainvillen und trinken Minzwasser. Leise läuft Bossa Nova im Hintergrund und ich summe mit. Ich schreibe, Lisa Berg malt. Es fühlt sich gut und absolut entspannt an.

Was man von unserer Hinreise-ODYSSEE absolut nicht behaupten kann. Denn die war Adrenalin pur. Da half es auch nichts, wenn wir sehr früh am Bahnhof waren, um total relaxed unsere Reise zu starten. Denn der Highspeed-Zug hatte Verspätung und kam kurz vor knapp in Frankfurt an. Ihr müsst wissen: Unser Flugplan war sportlich. O-Ton des Reisebüros war: „Ach das reicht locker, ihr gebt am Rail-Check-in ganz entspannt euren Koffer ab und dann passt das.“ Hier ein paar Highlights unserer Erfahrungen zum relaxten Reisen:

  1. Der Fast-Rail-Check-in und weitere Automaten funktionieren nicht für unsere Koffer, so dass wir samt Koffer zum Schalter sprinten müssen, um einzuchecken.
  2. An der Security-Schleuse wird mein Rucksack wegen eines Apfels, den ich total vergessen habe, mehrfach über das Röntgen-Band gezogen und eingehend gecheckt, während man Lisa Bergs Fotorucksack in Einzelteile zerlegt.
  3. Die Flughafen-Security schnauzt mich wegen einer Frage an. Keine gute Mischung: Kaum Schlaf, Stress auf allen Ebenen, nichts funktioniert und Beamten, die meine Frage fürchten und rumzicken.
  4. Anschließender Flug ist Horror. Es ruckelt, ruckt und zuckt, so als könne sich das Flugzeug nicht entscheiden, in welche Richtung es fliegen soll. Waren das die Flugkünste des Piloten oder etwa die eines Praktikanten? Falls Letzeres, wollte er vermutlich ausprobieren, wie es ist, gleichzeitig zu fliegen und dabei ein paar coole Moves auszuprobieren. Lisa Berg weiß jetzt, wie sich Steuerunterlagen im Schuhkarton fühlen müssen, wenn sie durchgeschüttelt werden.
  5. Passend zum Flug ist die Landung: fast eine Sturzlandung. Es fehlen nur noch die Atem-Masken, die von oben runterfallen. Als der Flieger endlich zum Stillstand kommt, geht ein erleichtertes Raunen um und es wird sogar geklatscht.
  6. In Mexiko-City müssen wir uns in einer kilometerlangen Schlange anstellen, um zuerst für 2 Stunden einzuwandern und dann sofort wieder auszuwandern. Zeit zum Flug: 2 Stunden.
  7. Das Kofferprozedere mit Anleitung: Koffer an Gate 18 abholen und zu Gate 14 bringen. Gate 18 zu finden ist wie das Gleis 9 ¾ zu suchen.
  8. „Lassen Sie ihren Koffer nicht unbeaufsichtigt!“ habe ich im Kopf, als ich unsere Koffer sorgfältig aufgereiht und völlig unbeaufsichtigt mitten in der Gepäckausgabenhalle stehen sehe.
  9. Band 14 ist ein einsames Band in der hinterletzten Ecke, das nach draußen führt. Ebenso gut hätte man die Koffer einfach stehen lassen können. Wir wissen nicht, ob wir unsere Koffer jemals wiedersehen. Für den Fall, dass wir jetzt zu Drogenkurieren avanciert sind…kein Problem.
  10. Den Zug zum Terminal 2 zu finden, ist nichts für Leute, die mit komplizierten Schatzkarten nicht klarkommen. Zeit zum Abflug: 45 Minuten. Noch kein Check-in.
  11. Zug zum Terminal 2 braucht laaange. Die Schlange am Schalter für unsere Bordkarten ist noch länger. Eine Flughafenmitarbeiterin räumt ein, dass wir etwas spät sind und erlaubt uns, uns an einer etwas kürzeren Schlange anzustellen. Zeit zum Abflug: 30 Minuten.
  12. Selbstverständlich checkt uns die mexikanische Security sehr sorgfältig durch. Dieses Mal ist es eine Pinzette in meiner Kameratasche, die für Aufruhr sorgt. Ob wir den Flug verpassen könnten, interessiert hier niemanden. Ich bekomme die Anweisung, dass ich aufmerksam zuschauen muss, wie die Dame in meiner Tasche herumwühlt. Auf keinen Fall darf ich das Chaos wieder einräumen. Nicht bevor klar ist, ob sich die gefährliche Pinzette in eine James-Bond-Waffe verwandelt. Leute, ihr wisst, dass ich die 1000 Fächer in einer Tasche liebe und sie in dieser Kameratasche natürlich super ausgenutzt habe. Das Zeug liegt nun alles verstreut herum. Zeit zum Flug? Keine Ahnung.
  13. Wir rasen in Lichtgeschwindigkeit zum Gate.
  14. Hier hören wir, dass der Flug sich um 2 Stunden verspäten wird. Natürlich war DAS nirgendwo angezeigt.
  15. Völlig übernächtigt kommen wir ins San Jose an und fallen ins Bett.

Heute sieht die Welt anders aus. Wir sitzen in diesem wunderschönen Cafe mit Blick auf die Blumen und lassen unserer Seele freien Lauf.

Mittlerweile habe ich auch die Muße, es von der anderen Seite zu betrachten: Wir waren die ganze Zeit hochkonzentriert dabei, hatten trotz des langen Flugs noch genügend Zeit für ein ordentliches Work-out mit gezielten Sprinteinlagen. Hormonell bekamen wir Adrenalin pur ausgeschüttet und werden wohl jetzt jedem Brüllaffen in einem Affenzahn entkommen. LÄUFT.

Leave A Comment