Tortuguero

Unfassbar, was für eine geile Truman Show im Dschungel stattfindet. Wir sind jetzt in Tortuguero, dem Ort, den sich Tausende von Schildkröten zum Eierlegen ausgesucht haben. Ich kann es absolut nachvollziehen. Dieser Ort ist wunderwunderschön. Vor uns das Meer mit einer rauschenden Brandung. Hinter uns der Dschungel mit seinen bizarren Formen, Pflanzen und abgefahrenen Tieren.

Kaimane, Leguane, Geckos, Tukane, Geier oder Basilisken…egal wohin ich mich drehe, es gibt immer etwas Neues zu sehen. Die Temperatur ist moderat, nur eben feuchtfröhlich und witzigerweise gilt auch hier: Slip Slop and wrap, der obligatorische Zwiebellook, den wir bereits aus Neuseeland kennen. Der Unterschied ist nur, das man besser luftige Kleidung übereinander zieht. Und immer eine Regenjacke für den Spontanregen dabei hat.

Der Regen ist wirklich sehr spontan hier. Die Sonne scheint und plötzlich schüttet es aus Eimern. Was aber nicht schlimm ist, denn es bleibt warm dabei und die Erfrischung ist herrlich.
Tortuguero ist (zum Glück für den nachhaltigen Tourismus) schwer zu erreichen. Hierhin kommt man, wenn man 1,5 Stunden mit dem Boot fährt.

Eine Strecke, die ein bisschen wie eine Filmkulisse für einen Wildlife-Film ist. Alle paar Meter gibt es irgendein Tier, das sich perfekt in Szene gesetzt hat. Mal ist es ein Kormoran, der sich in die Luft hebt, um sein Ründchen zu fliegen, dann wieder lächelt ein Kaiman auf seinem Baumstamm. Die zahlreichen Basilisken ähneln gut platzierten Statisten, die die Touris so ganz nebenbei beeindrucken sollen. Was allen perfekt gelingt. Dann gibt es noch die knallroten hochgiftigen Minifrösche, schmatzende Hirschkäfer …

Die Flora und Fauna ist absolut abgefahren und ich habe bereits zig „Tränchen des Tages“ verschenkt. Lisa Berg auch. Einfach, weil wir so ergriffen waren, wie unfassbar schön das alles ist.

Finde den Basilisk

 

Und natürlich haben wir uns auch schon kaputtgelacht, als wir uns völlig übermüdet im Jetlag-Blues gefragt haben, wie man beim Kajakfahren richtig paddelt und es uns gegenseitig demonstriert haben. Oder als ich Lisa Berg zugetextet habe, als sie Ohrstöpsel im Ohr hatte. Überhaupt mache ich hier komische Sachen. Weil ich mir das englische Wort für Geier (Vulture, die gibt es hier auch) absolut nicht merken kann, ziehe ich meinen Oberkörper automatisch wie ein Geier zusammen, wenn ich von diesem Vogel spreche. Meine Physiotherapeutin hätte bestimmt eine Krise, wenn sie das wüsste.

Apropos, ich bin ja wieder als Sound-Hobby-Ornithologin unterwegs: es gibt hier einen Vogel, der wie ein Wecker klingt. Zu unserem Pech ist dieser Vogel nachtaktiv. Und dann habe ich einen gehört, den ich sofort in mein Herz geschlossen habe: den Gute-Laune-Happy-happy-Vogel. Der macht einen Sound zum Totlachen und sofort ist man super gelaunt.

Ich stelle ihn mir quietschbunt, etwas pummelig, mit zu kurzen Flügeln und dicken Backen vor. Leider kann er deshalb nicht gut fliegen, purzeln würden die anderen Vögel eher dazu sagen. Er übt jeden einzelnen Tag Langstrecke zu fliegen. 1,5 Meter am Stück schafft er schon. Bis er bei den Flugmeisterschaften antreten kann, dauert es noch. Eines Tages wird er soweit sein. Schließlich sind die „Vultures“, die vielen Geier hoch oben am Himmel, seine fliegenden Vorbilder. Wie schön wäre es doch, wenn er eines Tages auch so majestätisch über den Himmel gleiten würde.
Bis dahin wird er noch etwas üben müssen. Aber das ist kein Problem, das macht doch Spaß!!! Düdüüdüm. Wie die Geschichte weitergeht, weiß ich auch schon…


Morgen geht’s in den Nebelwald oder auf eine Kaffee-Plantage…Mal schauen, welches Tier mich da beeindrucken wird…

By Published On: April 10th, 2022Categories: Allgemein2 Comments on Tortuguero

2 Kommentare

  1. Anonym 11. April 2022 at 12:36 - Reply

    Wow – hab direkt Lust, euch nachzuweisen!
    LG und eine gute Zeit Uta

    • Anonym 12. April 2022 at 05:42 - Reply

      Danke, das haben wir auch! Es ist ein tolles Land! Pura Vida! Viele liebe Grüße:)))

Leave A Comment