
Villa „Creep“ in San José
San José ist wirklich nicht die Stadt, in der man lange verweilen muss. Blöderweise gehen von hier alle internationalen Flüge ab und Lisa Berg fliegt nach Montreal, während ich auf die karibische Seite nach Puerto Viejo fahre.
So ist unser Zwischenstopp in einem sogenannten 4-Sterne-Hotel mit Pool, Spa und Fitnessraum geplant. Als wir ankommen, fängt es an zu gewittern und wir werden mit „Creep“ von Radiohead begrüßt.
Das Hotel wirkt etwas altmodisch. Vom Design ist es absolut unentschlossen: komisch drapierte Vorhänge und Tischdecken, seltsame Tier-Bilder hängen an der Wand, dunkle Decken-Verkleidung und eine Wanduhr, die nach Kirchenglocke klingt. Zudem riecht es überall nach Weihrauch. Ist es ein altes bayrisches Gasthaus, eine abgefahrene Ausstellung mit schlecht platzierten Bildern, ein bad-Taste-dekoriertes Hotel oder eine Kirche, die modern sein will?

Dieses Hotel sah auf der Homepage sehr freundlich aus. Jetzt werde ich eines anderen belehrt: Es liegt, der Umgebung nach zu urteilen, mitten im Gewerbegebiet, direkt an der Umgehungsstraße und gegenüber vom Arbeitsamt.
Das Hotel ist so … düster. Es wirkt wie das „Shining Hotel“. Ihr erinnert euch an den Film mit Jack Nicholson?
Es ist so still. Gibt es neben uns überhaupt noch andere Gäste? Die Gänge sind lang und nur schlecht beleuchtet. Die Deko in der Lobby ist ein seltsames Gestrüpp, das wir uns besser nicht erklären. Die Krone von Jesus Christ? Weil Ostern war?

Wir glauben den Pool gefunden zu haben. Ein Mini-Rondell, in dem maximal sechs erwachsene Personen Platz haben. Soll das ein Scherz sein?

Das Restaurant hat leider geschlossen. Der Hotelier erklärt sich zu einem Kaffee bereit, den wir auf unserem Zimmer trinken wollen. Dafür schließt er den Haupteingang ab. In der Zwischenzeit stellen wir fest, dass wir nicht mehr in unser Zimmer kommen. Auch das noch. Gleichzeitig ein- und ausgeschlossen in einem psychodelischen Hotel.

Das 5-Sterne-Radisson liegt direkt nebenan und war für den gleichen Preis zu haben. Das Problem: Radisson stinkt, weil man die Fenster nicht öffnen kann und nur die Klimaanlage läuft. Das haben wir schon auf der Hinreise festgestellt.
Zum Glück gibt es einen Fernseher. Wir bestellen Pizza Taxi und lassen uns von billig produzierten, schlecht gespielten Telenovelas und furchtbar albernen Shows berieseln.
Um vier Uhr morgens verlässt Lisa Berg das Hotel gen Kanada. Ich fahre noch auf die andere Seite und lasse unsere fantastische Zeit mit karibischem Feeling ausklingen. Zum Glück treffen wir uns in einem Monat in Vancouver schon wieder. Wir haben ein Auto gemietet und cruisen ein wenig durch British Columbia.
2 Kommentare
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I am enjoying your stories. Hope you have fun when you reconnect in Canada.
Thanks, I will. Right now I am drinking Cocao with Chayenne pepper. I just wanted to try. The waitress only said:“woooooowww“ and now I know why😂. It is really really really hot…